Wer Patientensicherheit sagt, muss Pflegepersonalbesetzung denken -

einem Eingriff in Spitalpflege zu sterben, steigt mit der Zahl der Patienten, die eine Pflegefachperson zu betreuen hat. Diesen Zusammenhang hat die amerikanische Pflegewissenschaftlerin Linda Aiken in zahlreichen Studien in mehreren Ländern – darunter auch in der Schweiz – nachgewiesen. Die renommierte Wissenschaftlerin sprach  am SBK-Kongress in St. Gallen über ihre Forschungen.Die Patientensicherheit steht und fällt mit der Zahl des diplomierten Pflegefachpersonals und der Qualität der Ausbildung der Pflegenden. Linda Aiken von der Penn University in Philadelphia hat in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass Mortalitäts- und Komplikationsraten in direktem Zusammenhang mit der Pflegepersonalbesetzung stehen. Dazu gehören unter anderem die RN4Cast-Studien, die in zahlreichen Ländern, darunter auch in der Schweiz, durchgeführt wurden. Mit jedem chirurgischen Patienten, den eine Pflegefachperson zusätzlich betreut, steigt das Risiko, in den 30 Tagen nach Spitaleintritt zu sterben, um 7 Prozent. Hingegen sinkt das Sterberisiko um sieben Prozent, wenn im Pflegeteam der Anteil an dipl. Pflegefachpersonal um 10 Prozent steigt. Diese Resultate konnten in mehreren weiteren Untersuchungen weltweit nachvollzogen werden.

Für Helena Zaugg vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachpersonen SBK ist klar: „Wenn man über Patientensicherheit redet, muss die Frage nach der angemessenen Zahl von Pflegefachpersonen in Erwägung gezogen werden“, erklärt die SBK-Präsidentin.  Einwände, das sei zu teuer, lässt sie nicht gelten: „Linda Aikens Untersuchungen haben auch gezeigt, dass das Risiko für kostspielige Komplikationen wie Infektionen, Stürze oder die Wiedereintrittsrate steigt, wenn beim Pflegefachpersonal gespart wird, ebenso wie die Liegedauer, also die Anzahl Tage, die Patienten im Spital bleiben. All das kostet viel Geld.“  Sie warnt daher vor Versuchen, die Kostensteigerung im Gesundheitswesen mit Abstrichen bei der Qualifizierung des Pflegepersonals in den Griff zu bekommen: „Man erreicht das Gegenteil: Die Kosten werden weiter steigen. Und was uns vor allem zu denken geben muss: Die Sicherheit der Patienten leidet.“